Berlin bei Nacht

Joy und Mine im Interview.

Wie kommt man rein, in die angesagten Clubs und auf die besten Partys der deutschen Hauptstadt? Ganz einfach: Man beeindruckt Joy und Mine, ihres Zeichens Selekteure – also jene Personen, die aussuchen, welches Publikum zu welcher Location passt. Kennengelernt haben sich die beiden Nightlife­Profis in Berghain an der Bar und sich im Anschluss beruflich zusammengetan. Mit Selekt betreiben sie seit 2014 eine eigene Agentur für eben diesen Service und weitere Dienstleistungen von Hosting bis Crowd Control. Clubs wie Prince Charles und Veranstalter während der Fashion Week nehmen ihre Dienste seither in Anspruch. Für COMPANION verraten die beiden, wo man sie nachts in Berlin treffen kann – beruflich und privat. 

Welcher Berliner Kiez eignet sich am besten zum Ausgehen?
Der stylishste Kiez ist und bleibt Neukölln. Kaum zu glauben, aber es ist immer noch kein Ende des Booms in Sicht. Das Prince Charles hat auch Kreuzberg im Alleingang nach vorne katapultiert und meistert den Spagat zwischen Anspruch und Leichtigkeit. Unser aktueller Geheimtipp ist das 60Hz. Ein weiteres, wunderschönes Kreuzberger Bar-Club­Konzept.

Moscow Mule ist vorbei. Welcher Drink ist zurzeit angesagt? 
Spiced Rum ist im Kommen. In vielen Berliner Bars ist der Kraken Sour gerade das Ding. Zum Tanzen den Klassiker wählen: Wodka-Mate. Aber mit Berliner Spirituosen, bitte.

Wohin geht’s für einen Mitternachtssnack?
Der Berliner Mitternachtssnack findet morgens um drei Uhr statt – im Adana Grillhaus in Kreuzberg.

Zu welcher Gelegenheit trifft man euch außerhalb der Arbeitszeiten im Prince Charles, einem der Clubs, für die ihr als Selekteure arbeitet!?
Joy: Bei der Veranstaltungsreihe Burgers & Hip­Hop – da macht die Fotografin bei jeder Veranstaltung ein Bild von mir gemeinsam mit zwei meiner Jungs.
Mine: Ich bin eher selten an meinen freien Tagen unterwegs ...

Der Haubentaucher ist eine neue Berlin­Location, die 2015 eröffnet wurde. Was gibt es hier außer dem Pool, was andere Spots nicht haben?
Mitten in Friedrichshain gelegen, spricht er alle Farben und Formen von Berlinern an. Dort treffen sich Jung und Alt, Familien, Charlottenburger, Hipster, DJs, Gastronomen und Touristen. Die Jungs vom Haubentaucher haben auch das Clubkonzept mit Künstlern wie Anja Schneider und EPMD sowie Mobb Deep bis jetzt spannend umgesetzt. Ich freue mich auf den Winter, wenn der Club innen voll zum Tragen kommt.

Die Nacht war lang. Wo wird das beste Katerfrühstück am Nachmittag serviert?
Der MJʼs Foodshop auf der Sonnenallee in Neukölln macht bei weitem die größten und leckersten Sandwiches der Stadt. Der Clou ist aber der Iced Tea.

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Wann, wenn nicht jetzt?

Seit 19 Jahren betreiben die Berliner Elektropunks von Egotronic musikalischen Hedonismus, der zunehmend auch als politischer Aufschrei verstanden werden kann. Ihr neues Album “Ihr seid doch auch nicht besser” ist ein Höhepunkt dieser Entwicklung. Über die wegbrechende politische Mitte und die Notwendigkeit, neue Bündnisse einzugehen.

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Hamburg’s Got Groove

Die kultige Hamburger Elbphilharmonie ist für ihre irre Akustik ebenso bekannt wie für ihr Programm, das traditionelle klassische Musik mit der Musik von Rockbands, Festivals und Jazz - wie z. B. die skandinavische Pianoband Rymden - miteinander verwebt. Anlässlich des Konzertes dieser Band trafen wir das Jazztrio in der „Elphi“, wo wir tief in die Geschichte der Konzerthalle eintauchten und - neben anderen Fragen - überlegten, ob Jazz die klassische Musik des 21. Jahrhunderts ist.

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Der Schweizer Tausendsassa

Dieter Meier ist jemand, den man ohne Übertreibung als musikalische Legende bezeichnen kann. Mit der Band Yello wurde der Schweizer gemeinsam mit seinem Kollegen Boris Blank in den 80ern weltbekannt. Der Sound ihrer Hits wie „Oh Yeah“ und „The Race“? Neu und experimentell, elektronisch, ein wenig gaga und dank Dieters tiefer Stimme unter die Haut gehend. Bis heute treten Yello auf. Die Musik ist dabei längst nicht Dieters einziger Ausdruck: Der Nobelmann und vermutlich best angezogene Rebell Zürichs, der sich seine Zeit eine Weile sogar als Berufspokerspieler verdingte, begann ab den späten 60ern, als Performance- und Konzeptkünstler zu arbeiten. 1972 nahm er an der Documenta 5 in Kassel teil. Auch als kreativer Unternehmer und Investor hat Dieter seine Finger überall mit im Spiel. Seine große Leidenschaft ist aber die Welt der Kulinarik und Natur und insofern seine Farm in Argentinien, wo er unter anderem Wein anbaut, Rinder züchtet und viel Zeit verbringt. Produkte aus seiner zweiten Heimat tischt er in seinen Restaurants auf — natürlich ist der Tausendsassa auch Gastronom. Gerade hat er außerdem eine Schokoladenmanufaktur hochgezogen. Irgendwo zwischen seinen vielen Projekten hat sich Dieter einen Moment Zeit genommen, COMPANION’s Questionnaire zu beantworten.

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Schaffung eines Kultlabels

Alles begann mit einem bescheidenen Musiklabel und ein paar Jeans. Seit seinen Anfängen im Jahr 2002, hat sich der „Purveyor of cool” zu einer kultigen Modemarke und einem Kult-Music-Label mit Coffee-Shops in Paris und Tokio gemausert. Wie war eine solche Entwicklung möglich? Mitbegründer Gildas Loaëc ließ COMPANION wissen, wie er eklektische und klassische Elemente ausfindig macht, um in diesen schnelllebigen Branchen die nötige Frische zu bewahren.

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Generating a Genre

Natascha Augustin, Senior Creative Director bei Warner Chappell, ist jene Branchenführerin mit kühlem Kopf, die Deutschlands heißeste Hip-Hop- und Rap-Acts an die Spitze der internationalen Aufmerksamkeit katapultiert – auch wenn ihre Demut sie davon abhält, überhaupt Anerkennung dafür einzufordern. Als eine Pionierin des Deutschrap seit seiner Geburtsstunde hat sie durch ihr Talent, den ständig wechselhaften Geschmack in der Popmusik zu navigieren, nicht nur Warner Chappell sondern der gesamten Industrie zu einem festen Stand verholfen. Natascha hat sich einen Moment Zeit von ihrem Nonstop-Kalender genommen, um COMPANION zu erzählen, wie sie neue Talente entdeckt, was ihr an der neuen Welle deutscher Rapperinnen gefällt und wie ihr Ausblick auf die Zukunft des Genres ist

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Balladen eines Bad Boys

Es ist schwer zu glauben, dass Julian Polin – besser bekannt als Faber – erst 26 Jahre alt ist. So knirschend wie die Stimme und die Lyrics des schweizerischen Singer-Songwriters sind, müsste man eigentlich annehmen, dass er mindestens zwei Dekaden mehr hinter sich hat. Sein Debütalbum „Sei ein Faber im Wind“ aus 207, gesungen auf Deutsch, lässt wirklich kein Thema aus. Die Tracks paaren schlüpfrige Wortspiele mit treibenden Melodien, erinnern an das heisere Knurren eines Jacques Brel oder das Murmeln der Volksmusik vom Balkan – ein neues Genre melancholischer Dance Music, das die weltmüden Herzen seiner Generation fest im Griff hat. Vor der Veröffentlichung seines zweiten Albums gegen Ende des Jahres hat sich Faber aus dem Studio herausbemüht, um mit COMPANION über die verschwommenen Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, die Langeweile in der Stadt Zürich und warum er sich nicht mit Kanye verstehen würde zu sprechen.


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