Ein Portrait über Yoshi Sislay

Drawing the Jungle.

Kurz nach seinem 30. Geburtstag beschloss Yoshihisa Matsumoto, dass er Künstler sein wollte. Es war nicht die naheliegendste Idee: Yoshi, ursprünglich aus Osaka, arbeitete zu der Zeit als Koch in einem kleinen japanischen Restaurant in Barcelona und war in seinem Leben noch keiner künstlerischen Tätigkeit nachgegangen. Doch der Drang war nicht mehr zu unterdrücken. So setzte Yoshi sich an einen Schreibtisch und begann zu zeichnen. Und er hörte nicht mehr auf.

Inzwischen nennt er sich Yoshi Sislay und ihm beim Zeichnen zuzusehen ist, wie einen Yogi beim Meditieren zu betrachten. Er verfällt in eine Art Trance, bemerkt nichts mehr um sich herum, seine Kunst wächst förmlich aus ihm heraus. So entstehen ganz spontane, unglaublich detailreiche Werke. Und es geht ihm nicht darum, zu gefallen: “Was ist schon schön? Einem Baum ist es egal, ob er schön aussieht oder nicht. Er wächst einfach. Genau so ist es mit meiner Kunst.”

Beeindruckt hat er trotzdem. Bald wurde Yoshi beauftragt, die Schaufenster verschiedener Cocktail- und Tapasbars zu bemalen. Der Fußballspieler Bojan Krkić war nach einer ersten Zeichnung so angetan, dass er sich immer weitere Teile seines Hauses von Yoshi hat bemalen lassen. Und 2011 kam die Einladung von Sala Vinçon, dem führenden Interior-Design-Geschäft Barcelonas, eine Ausstellung in der ladeneigenen Galerie zu organisieren.

Noch während der Vorbereitungen entdeckte ihn dort Werner Aisslinger, der Berliner Innenarchitekt und Designer, der auch für die Gestaltung des 25h Hotels im Bikini-Haus in Berlin verantwortlich ist. Und so kommt es, dass Yoshi Sislay nun alle 149 Zimmer und die Lobby des Hotels mit seinen detailreichen Zeichnungen geschmückt hat – jedes anders, keines nach Plan. Wie ein Baum, der einfach nur wächst.

Für das Headoffice der 25hours Hotel Company in Hamburg hat sich Yoshi im Juni ebenfalls von seinen kreativen Inspirationen leiten lassen und neben zwei einzigartigen Bildern, im Büro versteckt, überall kleine Überraschungen hinterlassen.

Je nach Blickwinkel und Gefühl erlebt man jedes der beiden Bilder immer wieder neu und entdeckt viele Kleinigkeiten, die einem beim ersten Betrachten vielleicht noch gar nicht aufgefallen waren. Im Meetingraum zum Beispiel wachsen ähnlich wie bei Blumen an vielen Stellen neue Triebe und sollen die Gäste zum Finden neuer Ideen anregen, während in der Reservierung Yoshis Bild eine durchweg positive Stimmung schafft, um jedem Mitarbeiter immer wieder ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern und somit auch mal eine schwierige Situation gut zu meistern.

Dieses Portrait ist Teil einer neuen Kollaboration mit dem Onlinemagazin Freunde von Freunden.

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