Bon Voyage

Wäre es nicht toll, von einer Reise nicht nur etwas Schönes mitzubringen — sondern auch etwas Schönes zu hinterlassen? Vom Beach Clean-up über Tiere retten bis zum Mitmachen bei archäologischen Ausgrabungen: Im Urlaub Gutes zu tun ist nicht umsonst ein Reisetrend – bei dem man gleich noch Kultur und Menschen intensiver kennenlernt.

 

EXPERIENCE ARCHAEOLOGY / PORTUGAL

Auf Indiana Jones’ Spuren

Es müssen ja nicht gleich Lasso und Knautschhut sein –  ein bisschen Neugierde auf unsere Vorfahren reicht schon aus. Schließlich lässt sich noch immer von ihnen lernen. In Portugal kann man Wissenschaftlern dabei helfen, nach Spuren vergangener Generationen zu suchen – jener etwa, die in der Gegend vor 8000 Jahren lebten. Von August bis September starten die wöchentlichen Expeditionen zu Ausgrabungsstätten. Wer schon ein bisschen Vorerfahrung hat, kann auch an den Angeboten für Fortgeschrittene teilnehmen – zu toskanischen Ruinen etwa.

 

FEMALE EMPOWERMENT/ INDIA

Hilfe zur Selbsthilfe

Leuchtende Farben, wilde Natur, eine spannende Küche — leider nicht die einzigen Dinge, die einem spontan zu Indien einfallen. Auch die prekäre Lebenssituation von Frauen wird direkt zum Thema. In Jodhpur kann Indien als Reiseland erlebt und gleichzeitig das Female Empowerment gestärkt werden. Die Stadt ist ohnehin ein beliebter Reiseort und die ansässige NGO freut sich über jede Unterstützung: Sie lehrt Mädchen und Frauen das Lesen und Schreiben, gibt ihnen wichtige Informationen zu ihren Rechten oder klärt zu Themen der Hygiene und Menstruation auf.

 

TEACHING CHILDREN/ GHANA

Unterrichten fürs Leben

In Ghana herrscht akuter Lehrermangel, die Klassenzimmer sind überfüllt, viele Kinder genießen gleich gar keine Schulbildung. Reisende können die wenigen Lehrkräfte unterstützen und den Kindern durch Bildung eine bessere Zukunft ermöglichen. So lässt sich das Leben vor Ort gleich noch fernab vom Tourismus erkunden, untergebracht bei einer Gastfamilie.

 

VISITING NATIVES / AUSTRALIA

Mit der Vergangenheit für die Zukunft

In den entlegenen Gegenden Australiens sind die Folgen der Kolonialisierung noch heute spürbar. Indigenen Aboriginies, die unterdrückt und in abgelegene Gegenden gedrängt wurden, fehlen oft noch immer berufliche Perspektiven, ihre wirtschaftliche Situation ist nicht selten prekär. Gerade die Jugend ist desillusioniert, wie in der Djarindjin Community auf der Halbinsel Dampier. Hier kümmert sich der Verein Tatanka Oyate um sie: Der Verein organisiert Touren für Reisende, aus deren Erlösen nicht nur Schulbildung ermöglicht, sondern die Suche nach den eigenen Wurzeln gefördert wird. So gibt es auch für die Besucher viel über die indigenen Völker Australiens zu entdecken.

 

BEACH CLEAN UP / GERMANY

Für saubere Gewässer

Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Müll im Meer. Langfristig umdenken müssen alle – einen kleinen Beitrag können Urlauber schon heute leisten. In Deutschland engagiert sich zum Beispiel der Naturschutzbund (NABU) – mit der Initiative „Meere ohne Plastik“, Aktionen rund um den Schutz der Vögel und ihrer Nistplätze oder verschiedenen Infoveranstaltungen. Beim nächsten Urlaub an der Nord- oder Ostsee also einfach mal hingehen, zuhören, mitmachen. Nach getaner Arbeit ruht es sich im Strandkorb schließlich noch besser aus.

 

EXAMINE WOLF POPULATION / GERMANY

Die mit dem Wolf tanzen

Dass der Wolf in Deutschland wieder heimisch geworden ist, wird durchaus ambivalent wahrgenommen. Während sich der Großstädter in romantischen Vorstellung vom einsamen Räuber verliert, fürchten Anwohner in ländlichen Gebieten die Wölfe und klagen Bauern über ihre gerissenen Schafsherden. Auf den Biosphere Expeditions kann sich ein eigenes Bild gemacht werden. Jeden Sommer starten in Niedersachsen die kleinen Expeditionen, auf denen die Spuren des Wolfes untersucht und Kameraaufnahmen gemacht werden. Und jede Menge zu lernen gibt es über die Tiere natürlich auch.

 

DOING GOOD AT HOME

Urlaub auf Balkonien

Zuhause bleiben an sich ist auch schon eine Wohltat: Wer auf Auto oder Flugzeug verzichtet, muss sich weniger Gedanken über den eigenen CO2-Fußabdruck machen. Langweilig muss es trotzdem nicht werden: Zum Beispiel in Unterkünften für Geflüchtete wird Unterstützung immer gebraucht, vielleicht auch bei den Beschäftigungs- und Bastelrunden im Altenheim um die Ecke oder bei Fütterung und Gassigehen im nächsten Tierheim. Ganz nebenbei wird auch noch der Blick auf die eigene Heimat erneuert und geschärft.

 

DOG RESCUE / MALTA

Gassi gehen mal anders

Auf Malta gibt es jenseits touristischer Hochburgen tatsächlich noch einsame Strände und unberührte Natur. Allein muss sich hier trotzdem niemand fühlen – der Urlaub lässt sich schließlich mit ein bisschen Engagement im Tierheim verbinden. Das Island Sanctuary Heim etwa kümmert sich um verwaiste Hunde. Die Tiere werden hauptsächlich von freiwilligen Helfern umsorgt, zu tun gibt’s immer was. Neben der Mitarbeit vor Ort ist auch die Flugpatenschaft eine Option, bei der man adoptierten Tieren auf der Reise in die neue Heimat beistehen kann. Und spenden geht natürlich sowieso immer.

 

FARM STAY/ ITALY

Bella Italia mit den Händen erforschen

Schöne Landschaften, herzliche Leute, grandioser Wein, gutes Essen: Italien ist sowieso immer einen Besuch wert. Gerade jetzt, da die Szene nachhaltiger Landwirtschaft immer größer wird. Ökologische Bauernhöfe liegen übers ganze Land verteilt, einige werben mit hausgemachtem Essen und heimeliger Unterkunft. Auf der Homepage von WWOOF werden zudem Höfe aufgeführt, bei denen der Besucher gleich noch selbst mit anpacken kann. Die Unterkunft ist dafür kostenlos, nette Bekanntschaften und neue Einblicke gibt’s gleich noch oben drauf. Der ein oder andere schöne Abend sollte auf jeden Fall drin sein – Angebote gibt es von der Lombardei bis runter nach Kalabrien.

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Seit 19 Jahren betreiben die Berliner Elektropunks von Egotronic musikalischen Hedonismus, der zunehmend auch als politischer Aufschrei verstanden werden kann. Ihr neues Album “Ihr seid doch auch nicht besser” ist ein Höhepunkt dieser Entwicklung. Über die wegbrechende politische Mitte und die Notwendigkeit, neue Bündnisse einzugehen.

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Hamburg’s Got Groove

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Dieter Meier ist jemand, den man ohne Übertreibung als musikalische Legende bezeichnen kann. Mit der Band Yello wurde der Schweizer gemeinsam mit seinem Kollegen Boris Blank in den 80ern weltbekannt. Der Sound ihrer Hits wie „Oh Yeah“ und „The Race“? Neu und experimentell, elektronisch, ein wenig gaga und dank Dieters tiefer Stimme unter die Haut gehend. Bis heute treten Yello auf. Die Musik ist dabei längst nicht Dieters einziger Ausdruck: Der Nobelmann und vermutlich best angezogene Rebell Zürichs, der sich seine Zeit eine Weile sogar als Berufspokerspieler verdingte, begann ab den späten 60ern, als Performance- und Konzeptkünstler zu arbeiten. 1972 nahm er an der Documenta 5 in Kassel teil. Auch als kreativer Unternehmer und Investor hat Dieter seine Finger überall mit im Spiel. Seine große Leidenschaft ist aber die Welt der Kulinarik und Natur und insofern seine Farm in Argentinien, wo er unter anderem Wein anbaut, Rinder züchtet und viel Zeit verbringt. Produkte aus seiner zweiten Heimat tischt er in seinen Restaurants auf — natürlich ist der Tausendsassa auch Gastronom. Gerade hat er außerdem eine Schokoladenmanufaktur hochgezogen. Irgendwo zwischen seinen vielen Projekten hat sich Dieter einen Moment Zeit genommen, COMPANION’s Questionnaire zu beantworten.

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