Gastfreundschaft Gestalten

Fragen & Antworten von Erik Nissen Johansen von Stylt.

Gutes Design erzählt eine Geschichte – davon ist Erik Nissen Johansen überzeugt. Aufbauend auf diesem Grundsatz und mit einer gehörigen Portion Kreativität, Spieltrieb und Empathie für Kundenbedürfnisse gründete der Norweger 1991 die Agentur Stylt. Das Team aus Designern und Architekten mit Sitz in Göteborg hat weltweit bereits mehr als 400 Projekte realisiert. Ihr Spezialgebiet: Hotels und Restaurants. Im Interview mit COMPANION verrät Erik, was die Zukunft hier so alles bereithält.

 COMPANION: Erik, Du bist Designer, führst aber auch ein Unternehmen. In welchem Bereich fällt es Dir leichter, Entscheidungen zu treffen?
ERIK NISSEN JOHANSEN: Das ist einfach: als Designer! Im Unternehmen bin ich für die kreative Leitung verantwortlich, das ist mein Spezialgebiet. Für das Geschäftliche unterstützt mich ein talentiertes Team.

Wie ist mit einem Designkonzept umzugehen, bei dem das Budget einen Kompromiss voraussetzt?
Meiner Meinung nach muss ein guter Designer auch mit einem niedrigen Budget erfolgreich arbeiten können. Wer das nicht kann, muss meist wieder von vorn anfangen.

Welcher Design-Trend wird sich zukünftig (noch) stärker durchsetzen?
Die Verwendung hochwertiger, nachhaltig produzierter Materialien und Upcycling werden eine große Rolle spielen wie auch ihre lokale Verarbeitung. Das haben wir bereits in der Gastronomie bei der Auswahl und Zubereitung von Lebensmitteln erlebt.

Euer Unternehmen sitzt in Göteborg. Wie beeinflusst die Stadt Eure Arbeit?
Göteborg ist als Industriehochburg bekannt, doch mittlerweile arbeiten hier mehr Menschen in der Kreativwirtschaft als in der traditionellen Industrie. Auch die weltweit als beste gekürte Kreativagentur (F&B) sitzt in Göteborg. Außerdem haben wir eine tolle Tradition, was den Export unserer Kreativität betrifft – also ein gutes Umfeld für Stylt!

Was ist an Eurem Stil und Eurer Art zu arbeiten „typisch skandinavisch“?
Ich glaube, das findet sich weniger in unserem Stil als in unserer Arbeitsweise. Wir glauben an gute Zusammenarbeit: Wenn Leute mit verschiedenen Fähigkeiten an einem Strang ziehen, erhält man das beste Ergebnis – das ist typisch skandinavisch.

Auf Eurer Website heißt es, dass Euch beim Hoteldesign die „Einblicke in menschliche Bedürfnisse und Verhaltensweisen“ als Orientierung dienen. Mit welchen Bedürfnissen befasst Ihr Euch aktuell in Sachen Design?
Zurzeit arbeiten wir an einem Helicopter Ski Resort, im hohen Norde von Schweden. Das ist ein einzigartiger, unberührter Ort. Das Projekt richtet sich an eine kleine, aber starke Zielgruppe besonders großer Ski-Fans, die auch bereit sind, für ihre Leidenschaft etwas mehr zu bezahlen.

Was wird sich Deiner Meinung nach in den nächsten fünf bis zehn Jahren in der Hotelindunstrie am meisten verändern?
Einiges: Hotels mit einem hohen Erlebnisfaktor werden sehr erfolgreich sein. Es wird immer mehr personalisierte Angebote geben, die bestimmte Nischen gezielter bedienen werden. Auch weil die Konsumenten mittlerweile zu Experten für Essen und Drinks geworden sind. Das wird zu vielen unterschiedlich spezialisierten Restaurant- und Barkonzepten führen. 

Wie würdest Du 25hours mit nur drei Worten beschreiben?
Hotel der Zukunft.

Wenn Du Dir ein Feature für das Hotelzimmer der Zukunft wünschen könntest – was dürfte nicht fehlen?
Ich fänd es toll, einen Kumpel vor Ort zu haben. Jemanden, der meine Interessen und Hobbys kennt und teilt – in meinem Fall wäre das wohl ein Freund zum Angeln.

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