Monas Kuchenklaviatur

Mona Asuka vereint zwei Leidenschaften: Das Klavierspielen und das Backen. Warum beides ei-gentlich ziemlich ähnlich ist, erzählt die Münchner Berufsmusikerin COMPANION — und verrät obendrein das Rezept für den perfekten Sommerkuchen.

Klavier spiele ich schon länger, als ich sprechen kann. Was das Reden angeht, war ich ein Spät-zünder: Mit zwei Jahren brachte ich noch keine Sätze heraus, suchte aber nach Wegen, mich auszudrücken. So fand ich zum Piano. Damals begleitete ich meine große Schwester zum Klavierun-terricht — sie ist heute ebenfalls Pianistin — und merkte dort schnell, dass sie beim Spielen viel Aufmerksamkeit bekam. Außerdem wollte ich ihr alles nachmachen! Also krabbelte ich auf den Klavierhocker und legte los. Kurz danach saß ich erstmals auf einer Bühne, mit vier gewann ich meinen ersten Wettbewerb, aufgehört habe ich seitdem nie.

Dass ich einmal Berufsmusikerin werde, hatte ich mir nie aktiv vorgenommen. Im Kindergarten wurde ich einmal gefragt, was ich werden möchte. Meine Antwort? Hase! Pianistin war ich ja schon. Als Wunderkind sehe ich mich allerdings nicht. Neben Talent gehört viel Fleiß dazu. Und eine gute Ausbildung. Studiert habe ich erst am Mozarteum in Salzburg und später in Würzburg, bevor ich in meine Heimatstadt München zurückgezogen bin. Beruflich reise ich viel. Ich spiele überall in Europa, in Asien — als Halbjapanerin auch oft in meiner zweiten Heimat — kürzlich habe ich das erste Mal ein Konzert in Australien gegeben.

Nach einer Reise freue ich mich immer nach München zu kommen. Es ist wie ein verschlafenes Dorf, alles scheint entspannter hier. Und meine winzig kleine Wohnung ist mein Refugium. Hier übe ich täglich an meinem Flügel, mal drei Stunden, mal acht. Ich spiele ausschließlich klassische Musik, besonders gerne Schubert, Mozart, Beethoven oder Bach. Die Wiener Klassik, Romantik und Barockmusik.

Wenn ich nicht gerade übe, backe ich leidenschaftlich gerne, meistens täglich. Ich empfinde das als wahnsinnig entspannend. Irgendwann möchte ich sogar ein eigenes Kuchencafé eröffnen, am besten in Japan, dort sind die Menschen ganz verrückt nach Patisserie. Ich habe sogar schon einen Namen: Mona’s Cake Paradise

Süßes mochte ich schon immer, mit Zutaten experimentiert habe ich bereits als Kind. Meine beiden Leidenschaften, das Klavierspielen und das Backen, sind sich sogar ähnlich. Erstmal sind beides recht haptische Tätigkeiten, anscheinend arbeite ich gerne mit Fingergefühl. Bei beidem sollte man sich außerdem an Grundregeln halten, damit das Ergebnis etwas wird. Anders als beim Kochen muss man für einen Kuchen etwa gewisse Mischverhältnisse berücksichtigen. Wie viel Backpulver oder Eier brauche ich auf wie viel Mehl zum Beispiel. Bei einem Klavierstück sind es natürlich die Noten, die sich ein Komponist einmal ausgedacht hat und die es zu beachten gilt. 

Abgesehen davon ist man in beiden Disziplinen auch frei. Wie möchte ich den Kuchen dekorieren, wie viel Zucker schmeckt mir? Auch am Piano habe ich meinen eigenen Stil, kann mich richtig austoben. Erst durch die Interpretation entsteht ja etwas Eigenes, etwas Kreatives. Weder Klavierspielen noch Backen ist dabei etwas, das ich ausschließlich für mich allein tue. Bei einem Konzert bin ich erst glücklich, wenn ich sehe, dass ich mit meiner Musik das Publikum glücklich machen kann. Das ist ein kostbarer Moment, der mir sehr viel gibt. Jedes Konzert ist dabei besonders, ich spiele vor 30 Leuten genauso gerne wie vor 3000. 

Das ist die Freude, die ich auch beim Backen spüre. Und ein Kuchen für mich allein? Da esse ich drei Stücke und bin satt! Am liebsten zaubere ich etwas für andere. Jemandem eine selbstgemachte Aufmerksamkeit zu überreichen, das ist doch das Schönste! Für meine Freunde kaufe ich deshalb auch nie Geschenke — von mir gibt’s immer eine Torte. Dabei überlege ich mir ganz genau, was zur jeweiligen Person passt. Auch für COMPANION habe ich mir, passend zum Sommer, etwas überlegt: einen frischen, fruchtigen Erdbeer-Sponge-Cake — der übrigens leicht zuzubereiten ist. Der Interpretation sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

Strawberry Sponge Cake à la Mona

Zutaten für den Teig:

  • 6 Eier (zimmerwarm)
  • 200g Zucker
  • 200g Mehl
  • 100ml Milch
  • 60g Butter
  • 1 TL Vanilleextrakt

Zutaten für die Creme:

  • 300g Mascarpone
  • 200g Sahne
  • 40g Zucker
  • 200g Erdbeermarmelade
  • 500g frische Erdbeeren

Zubereitung:

Zunächst den Ofen auf 170 Grad bei Ober/Unterhitze vorheizen und eine Springform mit einem Durchmesser von 18 Zentimeter mit Backpapier einkleiden. Wer keine große Form hat, verteilt Teig und Creme einfach auf zwei kleine. Die Eier trennen und das Eigelb für später aufbewahren. Mit einem Handmixer oder einer Küchenmaschine das Eiweiß mit der Hälfte des Zuckers schlagen. Sobald die Textur anfängt fester zu werden, die andere Zuckerhälfte dazugeben und steif schlagen.

Die Eigelbe und das Vanilleextrakt dazugeben und bei niedriger Stufe mit der Eiweißmischung verrühren. Das Mehl sieben und vorsichtig mit einem Schneebesen unterrühren. Butter und Milch über einem Wasserbad schmelzen und langsam in mehreren Stufen in die Masse einarbeiten. Vorsicht: Bei zu schnellem Tempo kann die Masse flocken!

Alles in die Form geben und bei 170 Grad Ober/Unterhitze für 45 bis 50 Minuten backen. Bei zwei Formen verkürzt sich die Backzeit auf circa 30 Minuten. Den Kuchen abkühlen lassen und danach in zwei oder drei Böden schneiden. Die Mascarpone kurz mit dem Mixer geschmeidig schlagen und dann die Sahne und den Zucker hinzufügen. Alles solange verrühren, bis eine feste, aber noch cremige Konsistenz erreicht ist. 

Auf dem ersten Boden etwas Creme verteilen, darüber die Marmelade träufeln — wird die Marmelade kurz erwärmt, lässt sie sich besser verteilen — dann den nächsten Boden drauflegen und weiter stapeln, bis der letzte Boden als Abschluss oben aufliegt. Als Krönung die frischen Erdbeeren auf der obersten Schicht verteilen. Wer keine Erdbeeren mag, kann auf andere Früchte zurück greifen. Sie halten am besten, wenn der Boden mit etwas Marmelade oder Creme bestrichen wird. Den fertigen Kuchen für circa eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen — und dann frisch genießen.

Weitere Artikel

Mehr Infos

The Pogo and The Politics

Mehr Infos

Hamburg’s Got Groove

Die kultige Hamburger Elbphilharmonie ist für ihre irre Akustik ebenso bekannt wie für ihr Programm, das traditionelle klassische Musik mit der Musik von Rockbands, Festivals und Jazz - wie z. B. die skandinavische Pianoband Rymden - miteinander verwebt. Anlässlich des Konzertes dieser Band trafen wir das Jazztrio in der „Elphi“, wo wir tief in die Geschichte der Konzerthalle eintauchten und - neben anderen Fragen - überlegten, ob Jazz die klassische Musik des 21. Jahrhunderts ist.

Mehr Infos

Der Schweizer Tausendsassa

Dieter Meier ist jemand, den man ohne Übertreibung als musikalische Legende bezeichnen kann. Mit der Band Yello wurde der Schweizer gemeinsam mit seinem Kollegen Boris Blank in den 80ern weltbekannt. Der Sound ihrer Hits wie „Oh Yeah“ und „The Race“? Neu und experimentell, elektronisch, ein wenig gaga und dank Dieters tiefer Stimme unter die Haut gehend. Bis heute treten Yello auf. Die Musik ist dabei längst nicht Dieters einziger Ausdruck: Der Nobelmann und vermutlich best angezogene Rebell Zürichs, der sich seine Zeit eine Weile sogar als Berufspokerspieler verdingte, begann ab den späten 60ern, als Performance- und Konzeptkünstler zu arbeiten. 1972 nahm er an der Documenta 5 in Kassel teil. Auch als kreativer Unternehmer und Investor hat Dieter seine Finger überall mit im Spiel. Seine große Leidenschaft ist aber die Welt der Kulinarik und Natur und insofern seine Farm in Argentinien, wo er unter anderem Wein anbaut, Rinder züchtet und viel Zeit verbringt. Produkte aus seiner zweiten Heimat tischt er in seinen Restaurants auf — natürlich ist der Tausendsassa auch Gastronom. Gerade hat er außerdem eine Schokoladenmanufaktur hochgezogen. Irgendwo zwischen seinen vielen Projekten hat sich Dieter einen Moment Zeit genommen, COMPANION’s Questionnaire zu beantworten.

Mehr Infos

Schaffung eines Kultlabels

Alles begann mit einem bescheidenen Musiklabel und ein paar Jeans. Seit seinen Anfängen im Jahr 2002, hat sich der „Purveyor of cool” zu einer kultigen Modemarke und einem Kult-Music-Label mit Coffee-Shops in Paris und Tokio gemausert. Wie war eine solche Entwicklung möglich? Mitbegründer Gildas Loaëc ließ COMPANION wissen, wie er eklektische und klassische Elemente ausfindig macht, um in diesen schnelllebigen Branchen die nötige Frische zu bewahren.

Mehr Infos

Generating a Genre

Natascha Augustin, Senior Creative Director bei Warner Chappell, ist jene Branchenführerin mit kühlem Kopf, die Deutschlands heißeste Hip-Hop- und Rap-Acts an die Spitze der internationalen Aufmerksamkeit katapultiert – auch wenn ihre Demut sie davon abhält, überhaupt Anerkennung dafür einzufordern. Als eine Pionierin des Deutschrap seit seiner Geburtsstunde hat sie durch ihr Talent, den ständig wechselhaften Geschmack in der Popmusik zu navigieren, nicht nur Warner Chappell sondern der gesamten Industrie zu einem festen Stand verholfen. Natascha hat sich einen Moment Zeit von ihrem Nonstop-Kalender genommen, um COMPANION zu erzählen, wie sie neue Talente entdeckt, was ihr an der neuen Welle deutscher Rapperinnen gefällt und wie ihr Ausblick auf die Zukunft des Genres ist

Mehr Infos

Balladen eines Bad Boys

Es ist schwer zu glauben, dass Julian Polin – besser bekannt als Faber – erst 26 Jahre alt ist. So knirschend wie die Stimme und die Lyrics des schweizerischen Singer-Songwriters sind, müsste man eigentlich annehmen, dass er mindestens zwei Dekaden mehr hinter sich hat. Sein Debütalbum „Sei ein Faber im Wind“ aus 207, gesungen auf Deutsch, lässt wirklich kein Thema aus. Die Tracks paaren schlüpfrige Wortspiele mit treibenden Melodien, erinnern an das heisere Knurren eines Jacques Brel oder das Murmeln der Volksmusik vom Balkan – ein neues Genre melancholischer Dance Music, das die weltmüden Herzen seiner Generation fest im Griff hat. Vor der Veröffentlichung seines zweiten Albums gegen Ende des Jahres hat sich Faber aus dem Studio herausbemüht, um mit COMPANION über die verschwommenen Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, die Langeweile in der Stadt Zürich und warum er sich nicht mit Kanye verstehen würde zu sprechen.


back to
top
now we are talking.

Besondere Einblicke in die Welt von 25hours und lokale News – hier anmelden!