Modernes Festmahl

Ines Czaya und Stephanie Wissmann krempeln die traditionelle, bayerische Küche um

Bayern ist bekannt für seine herzhaft deftige Küche – Schweinsbraten, Brez'n und Obatzter kommen in jedem Biergarten auf den Tisch. Ines Czaya und Stephanie Wissmann von Let’s Dine haben sich von dieser traditionellen Küche inspirieren lassen und servieren für COMPANION ein typisch bayerisches Gericht neu interpretiert.

Let’s Dine ist ein Zusammenschluss großartiger Frauen, die kulinarische Ideen entwickeln, zusammen kochen und Dinner veranstalten. Die Köchin Ines Czaya und die Autorin und Strategin Stephanie Wissmann ergänzen sich dabei bestens. An den Abenden selbst helfen oft Freunde und, wenn möglich und in der Stadt, die Fotografin Kirsten Becken, die die ersten Abende mit veranstaltet hat.

Diese Art der privat organisierten Events nennt sich Supper Club: Es werden Freunde und Fremde eingeladen, in gemütlicher Atmosphäre gemeinsam zu essen, sich kulinarisch überraschen zu lassen und auszutauschen. Erfahren kann man von den geplanten Veranstaltungen über die Website und die sozialen Medien. Immer an anderen Orten und mit wechselndem Menü bringt Let’s Dine unterschiedlichste Menschen an eine lange Tafel zum gemeinsamen Essen und schafft einen Raum für Begegnungen abseits der virtuellen Welt. Warum? „Aus der Freude an der Verwirklichung – statt nur zu reden und zu träumen, dass man so etwas mal machen sollte“, erklärt Stephanie.

Ines ist gebürtige Münchnerin und Stephanie das, was die Bayern eine „Zuagroasde“ nennen. Immerhin lebt sie seit fast zehn Jahren in München. Beide sind hier sehr glücklich und lassen sich gern von der Stadt beeinflussen und inspirieren. Sie halten immer Ausschau nach neuen, ungewöhnlichen Orten, um einen Überraschungsmoment für die Gäste zu schaffen, die vorher nie genau wissen, wo das Dinner stattfindet. Oft entdecken sie Ecken in München, die sie so vorher nicht besucht oder gar nicht wahrgenommen hatten. Der Bezug zur Region ist ihnen aber auch bei den Gerichten wichtig. Das spiegelt sich vor allem in der Auswahl der Produkte wider. Ines Czaya achtet beim Einkauf der Zutaten sehr darauf, dass die Lebensmittel regional und saisonal sind. An traditionell bayerischen Gerichten halten sie nicht unbedingt fest, aber bereichern alte Rezepte mit neuen Zutaten oder geben ihnen durch ungewöhnliche Kombinationen einen neuen, ungewohnten Geschmack.
Für COMPANION bereiten Ines und Stephanie den klassischen Kartoffelsalat in einer modernen, ausgefallenen Art zu. Die grüne Wildkräutersoße bringt ordentlich Frische und ergänzt sich gut mit der Süßkartoffel. Das Let’s-Dine-Team serviert das Gericht in kleiner Runde im Spätsommer. Am besten lässt es sich in guter Gesellschaft genießen. An Guadn!

Bunter Kartoffelsalat mit Wildkräutersoße
für 6–8 Personen

Zutaten
Für den bunten Kartoffelsalat
3 kg festkochende Kartoffeln
2–3 große violette Süßkartoffeln
3 Gemüsezwiebeln
½ l Gemüsebrühe
3-4 EL Dijonsenf ca.
100 ml Honigessig (alternativ Weißweinessig)
5 EL Pflanzenöl Salz Zucker
½ Bund Schnittlauch
3 Stängel Liebstöckl
Etwas Petersilie
Essblüten (Kapuzinerkresse, Veilchen, Borretsch)

Für die Wildkräutersoße
150 g Wildkräuterpflücksalat
¼ Bund Minze
½ Becher Crème fraîche
4 EL Joghurt
2 gekochte Kartoffeln
Zitrone
Salz

Zubereitung
Kartoffeln und Süßkartoffeln in getrennten Töpfen kochen. Mit kaltem Wasser abschrecken – das vereinfacht das Schälen und stoppt den Garprozess. Warme Kartoffeln schälen und in grobe Stücke schneiden. Zwiebeln schälen, in Würfel schneiden und glasig dünsten. Zwiebeln, Senf, Brühe, Essig und Öl mit den Kartoffeln vermengen. Mit Salz und Zucker abschmecken. Eine Stunde oder länger ziehen lassen. Kräuter hacken und dazugeben. Den Salat noch einmal nachschmecken. Gegebenenfalls etwas mehr Essig oder Senf hinzufügen. Süßkartoffeln in grobe Würfel schneiden und auf den fertigen Salat geben. Mit Essblüten verzieren. Für die Wildkräutersoße alle Zutaten in eine Küchenmaschine geben und zu einer glatten Soße verarbeiten, alles miteinander vermengen und genießen.

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