Petit Paris

Durch und durch kultiviert zeigt sich Paris oft sehr erwachsen. Aber auch die Freuden, die die Stadt für ihre kleinen bonvivants bereithält, sind vielfältig - wenn man weiß, wo man sie findet. Xavi Vega, Geschäftsführer des neuen 25hours Hotel Terminus Nord und Vater der zweijährigen Sofia, hat uns geholfen, die Schätze der Stadt für les petits zu erkunden. Der in Katalonien geborene Frankophile zog im Jahr 2009 nach Paris und kehrte 2016 nach einem kurzen Zwischenstopp in Madrid zurück. Zusammen mit seiner Frau liebt er es, seine Tochter mit der Kultur, der Küche, dem geistigen Anspruch und den einfachen Freuden aufzuziehen, die der Stadt ihren eleganten Flair geben. Hier sind seine Geheimtipps der Pariser art de vivre, die sich mit den Kleinen an einem Wochenende in und um Paris herum entdecken lassen.

1. Picknicken in Buttes-Chaumont

Mit über 420 städtischen Parks und Gärten mangelt es Paris nicht an Grünflächen. Unser Lieblingsort, um einen entspannten Nachmittag auf einer Decke zu genießen, ist Buttes-Chaumont, eine der ältesten Grünflächen der Stadt in Belleville, zwischen dem 19. und dem 20. Arrondissement. Mit seinen gestaffelten Hügeln, Höhlen, Brücken und Wasserfällen ist die Suche nach dem perfekten Fangs nur ein Teil des Spaßes – der Ausflug bietet zudem einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt. Mit einem einen Korb voller Leckereien und der Familie lässt es sich herrlich zu Entspannungsmomenten im Grünen aufbrechen.

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2. In Womb & Bonpoint shoppen

Wie man es von der Modehauptstadt und dem Mekka des Shoppens erwarten kann, gibt es in Paris viele Boutiquen, in denen sich alles um les enfants dreht. Zwei besonders ausgezeichnete davon sind WOMB (World of My Baby) und Bonpoint. Im 2. Arrondissement bringt WOMB Paris namhafte Marken und Nischenlabels zusammen, und bietet alles, was die Kleinen brauchen: von Möbeln und Wäsche bis zu Spielsachen und Geschenken. In den gehobenen Bonpoint-Boutiquen findet sich eine schicke Auswahl an Kinderkleidung. Einer der Läden liegt auf der schönen Avenue Montaigne, die zu den legendärsten — und teuersten — Einkaufszielen von Paris gehört. 

wombconcept.com
bonpoint.fr

3. Baden in La Piscine du Molitor

In dieser kreativen Umgebung erreicht der Schwimmunterricht ein ganz neues Vergnügungslevel! Das kultige Piscine Molitor im grünen 16. Arrondissement wurde nach seiner Eröffnung im Jahr 1929 schnell zum begehrtesten Badeort der Stadt und zog die Crème de la Crème der Pariser High Society an. Das Schwimmbad wurde 1989 aufgrund von Sanierungsplänen geschlossen und seine leeren Becken wurden zu einem Magneten für Raver, Skater und Graffiti-Künstler. Das Schwimmbad wurde schließlich im Stil seiner früheren Pracht restauriert und 2014 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seine Art-Deco-Atmosphäre bringt einen Hauch von Miami nach Paris, und ist – so unwahrscheinlich es auch scheinen mag – einer der besten Orte der Stadt, um Kindern das Schwimmen beizubringen.

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4. Im Pony Club de l'île Saint-Germain reiten lernen

Ein Pony Club auf der Seine? Richtig gelesen! Der Poney Club de l‘ile Saint-Germain befindet sich in einem ehemaligen Militärlager, das zur Scheune auf der Saint-Germain-Insel umgebaut wurde, und dort Kindern im Alter von zwei bis vierzehn Jahren nicht nur Reitunterricht anbietet, sondern auch den Respekt, die Liebe und die Fürsorge für Pferde vermittelt. Diese Reitschule bietet eine breite Palette an Aktivitäten – von Dressur- und Springreiten bis hin zur Teilnahme an regionalen Wettbewerben – und nimmt dabei den Tierschutz so ernst wie die Sicherheit der Kinder.

equivil.fr

5. Spielen und forschen im Jardin d'acclimatation

In einem nördlichen Winkel des Bois de Boulogne gelegen sorgt dieser Vergnügungspark seit über 150 Jahren für die Unterhaltung junger und alter Pariser. Der 47 Hektar große Landschaftspark ist auf jüngere Kinder ausgerichtet und glänzt mit Springbrunnen, einem Mini-Bootssee, Spielplätzen und Restaurants. Zu den Attraktionen gehören Zugfahrten, Puppentheater, Karussells sowie ein Aktivprogramm. Wenn man schon mal im Norden der Stadt unterwegs ist – und die Energie es noch hergibt –, sollte man sich einen Besuch in der Fondation Louis Vuitton nicht entgehen lassen, ein von Frank Gehry entworfenes Kunstmuseum und Kulturzentrum, das 2006 vom gleichnamigen Modehaus eröffnet wurde.

jardindacclimatation.fr
fondationlouisvuitton.fr

6. Planschen an der Küste von Deauville

Wenn es an der Zeit ist, kopfsteingepflasterte Straßen gegen sanftere Oberflächen zu tauschen, machen wir gerne einen Tages- oder Wochenendausflug nach Deauville, auch bekannt als die „Pariser Riviera“. Als Halb-Spanierin und Halb-Venezolanerin, ist meine Tochter Sofia quasi am Strand zu Hause – und obwohl man es kaum als mediterran beschreiben kann, verkörpert der elegante Badeort noch heute den Glamour der 1920er Jahre, der ihm seinen Status als beliebtes Wochenendausflugsziel der Pariser verliehen hat. Die gerade einmal zweistündige Zugfahrt ermöglicht Tagesausflüge. Oder man bleibt besser gleich über Nacht… mit Eimer, Schaufel und vielen Büchern im Rucksack.

indeauville.fr

7. Tiere im Parc Zoologique de Paris treffen 

Der Stadt entfliehen, für einen Nachmittag voller exotischer Begegnungen im Pariser Parc Zoologique — einem auf den Naturschutz ausgerichteten Zoo, der in fünf Biozonen unterteilt ist: Europa, Amazonas-Regenwald, Madagaskar, Sahel-Sudan und Patagonien. Dort lassen sich  viele Tierarten entdecken, von Echsen und Chamäleons bis hin zu Pavianen und Nashörnern. Der Zoo ist auch das Zuhause der größten Giraffenherde Europas – und Besucher können schon vor Zooöffnung bei der Fütterung mit ihnen frühstücken.

parczoologiqueparis.fr

8. Brunch auf der Seine in Le Rosa Bonheur

An sonnigen Wochenenden zieht es die Pariser ans Wasser. Ein besonderer Ort für einen Brunch mit Blick auf die Seine ist Rosa Bonheur, ein Restaurant auf einem Lastkahn in der Nähe des Pont Alexandre III und des Grand Palais. Es sind keine Reservierungen nötig (aber möglich). Früh aufstehen lohnt sich, um sich einen Platz auf dem Deck zu sichern. Mit seiner warmen, einladenden Atmosphäre, seinen Unterhaltungsecken mit Kicker-Tischen und regelmäßigen Veranstaltungen wird Rosa Bonheur seinem geselligen Namen gerecht.

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9. Die Fantasiewelt von Disneyland Paris entdecken

Nicht wirklich ein Geheimtipp, aber durch die Augen eines Kindes ist ein Ausflug ins Disneyland Paris ein Traum, der wahr wird. Nach einer Stunde Zugfahrt aus der Stadt erwartet die Kleinen und Großen ein Spektakel aus Fahrgeschäften, Aktivitäten, Lichtshows. Angesichts der Fülle an Angeboten lohnt es sich, sich vor Ihrer Reise Zeit zu nehmen, um diesen Ausflug zu planen und frühzeitig zu buchen. Auch Erwachsene sind nicht resistent gegen den Disney-Zauber – dieser Ausflug ist für alle, die im Herzen jung sind, ein tolles Erlebnis.

disneylandparis.fr

10. Kreatives Talent im Le Club des Enfants Parisiens entwickeln

Wer einen längeren Aufenthalt in Paris plant, sollte dieses versteckte Juwel nicht verpassen: Der Club des Enfants Parisiens versteckt sich in einem schönen Herrenhaus im 17. Arrondissement und basiert auf dem Konzept der „Nachschulbetreuung“. Hier wir kultureller Raum geboten, der sich der kreativen Erforschung, dem Lernen und Spielen widmet. Kinder und Jugendliche jeden Alters sind eingeladen, ihre Leidenschaften in den Künsten und darüber hinaus zu entdecken und zu entwickeln – egal ob Theater, Tanz oder Kochen. Sofia besucht jeden Samstag Musikkurse und entdeckt Musik und Klänge mit einer Vielzahl von Instrumenten in einer freundlichen, fördernden Umgebung.

clubdesenfantsparisiens.com

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Hamburg’s Got Groove

Die kultige Hamburger Elbphilharmonie ist für ihre irre Akustik ebenso bekannt wie für ihr Programm, das traditionelle klassische Musik mit der Musik von Rockbands, Festivals und Jazz - wie z. B. die skandinavische Pianoband Rymden - miteinander verwebt. Anlässlich des Konzertes dieser Band trafen wir das Jazztrio in der „Elphi“, wo wir tief in die Geschichte der Konzerthalle eintauchten und - neben anderen Fragen - überlegten, ob Jazz die klassische Musik des 21. Jahrhunderts ist.

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Der Schweizer Tausendsassa

Dieter Meier ist jemand, den man ohne Übertreibung als musikalische Legende bezeichnen kann. Mit der Band Yello wurde der Schweizer gemeinsam mit seinem Kollegen Boris Blank in den 80ern weltbekannt. Der Sound ihrer Hits wie „Oh Yeah“ und „The Race“? Neu und experimentell, elektronisch, ein wenig gaga und dank Dieters tiefer Stimme unter die Haut gehend. Bis heute treten Yello auf. Die Musik ist dabei längst nicht Dieters einziger Ausdruck: Der Nobelmann und vermutlich best angezogene Rebell Zürichs, der sich seine Zeit eine Weile sogar als Berufspokerspieler verdingte, begann ab den späten 60ern, als Performance- und Konzeptkünstler zu arbeiten. 1972 nahm er an der Documenta 5 in Kassel teil. Auch als kreativer Unternehmer und Investor hat Dieter seine Finger überall mit im Spiel. Seine große Leidenschaft ist aber die Welt der Kulinarik und Natur und insofern seine Farm in Argentinien, wo er unter anderem Wein anbaut, Rinder züchtet und viel Zeit verbringt. Produkte aus seiner zweiten Heimat tischt er in seinen Restaurants auf — natürlich ist der Tausendsassa auch Gastronom. Gerade hat er außerdem eine Schokoladenmanufaktur hochgezogen. Irgendwo zwischen seinen vielen Projekten hat sich Dieter einen Moment Zeit genommen, COMPANION’s Questionnaire zu beantworten.

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Schaffung eines Kultlabels

Alles begann mit einem bescheidenen Musiklabel und ein paar Jeans. Seit seinen Anfängen im Jahr 2002, hat sich der „Purveyor of cool” zu einer kultigen Modemarke und einem Kult-Music-Label mit Coffee-Shops in Paris und Tokio gemausert. Wie war eine solche Entwicklung möglich? Mitbegründer Gildas Loaëc ließ COMPANION wissen, wie er eklektische und klassische Elemente ausfindig macht, um in diesen schnelllebigen Branchen die nötige Frische zu bewahren.

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Generating a Genre

Natascha Augustin, Senior Creative Director bei Warner Chappell, ist jene Branchenführerin mit kühlem Kopf, die Deutschlands heißeste Hip-Hop- und Rap-Acts an die Spitze der internationalen Aufmerksamkeit katapultiert – auch wenn ihre Demut sie davon abhält, überhaupt Anerkennung dafür einzufordern. Als eine Pionierin des Deutschrap seit seiner Geburtsstunde hat sie durch ihr Talent, den ständig wechselhaften Geschmack in der Popmusik zu navigieren, nicht nur Warner Chappell sondern der gesamten Industrie zu einem festen Stand verholfen. Natascha hat sich einen Moment Zeit von ihrem Nonstop-Kalender genommen, um COMPANION zu erzählen, wie sie neue Talente entdeckt, was ihr an der neuen Welle deutscher Rapperinnen gefällt und wie ihr Ausblick auf die Zukunft des Genres ist

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Balladen eines Bad Boys

Es ist schwer zu glauben, dass Julian Polin – besser bekannt als Faber – erst 26 Jahre alt ist. So knirschend wie die Stimme und die Lyrics des schweizerischen Singer-Songwriters sind, müsste man eigentlich annehmen, dass er mindestens zwei Dekaden mehr hinter sich hat. Sein Debütalbum „Sei ein Faber im Wind“ aus 207, gesungen auf Deutsch, lässt wirklich kein Thema aus. Die Tracks paaren schlüpfrige Wortspiele mit treibenden Melodien, erinnern an das heisere Knurren eines Jacques Brel oder das Murmeln der Volksmusik vom Balkan – ein neues Genre melancholischer Dance Music, das die weltmüden Herzen seiner Generation fest im Griff hat. Vor der Veröffentlichung seines zweiten Albums gegen Ende des Jahres hat sich Faber aus dem Studio herausbemüht, um mit COMPANION über die verschwommenen Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, die Langeweile in der Stadt Zürich und warum er sich nicht mit Kanye verstehen würde zu sprechen.


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