Evoking Emotions

Für COMPANION hat die Co-Initiatorin und Co-Direktorin des Zurich Film Festival Nadja Schildknecht eine Hitliste legendärer Movie-Soundtracks zusammengestellt.

Zürich ist im Film einsamer Spitzenreiter – zumindest bei der Kinodichte. Nirgends sonst in Europa gibt es so viele Lichtspielhäuser pro Quadratmeter wie hier. Nur konsequent, dass die charmante Stadt an der Limmat ihre eigenen Filmfestspiele hat: 2005 gründete die Unternehmerin Nadja Schildknecht zusammen mit ihrem Geschäftspartner Karl Spoerri das Zurich Film Festival (ZFF). Für sie beide ist Zürich der ideale Austragungsort: Die Spielstätten sind nur wenige Gehminuten voneinander entfernt, die Infrastruktur ist modern und die mehrsprachige Heimat ist offen für internationale Filme aus aller Welt. „Das ZFF ist sehr beliebt bei Publikum und der Branche“, sagt Nadja. „Hier lässt sich Business mit Pleasure verbinden, dies haben auch viele Schauspieler, Produzenten und Regisseure für sich entdeckt.“


 Zuletzt zog das Zurich Film Festival gut 100.000 Besucher an. Mit Hartnäckigkeit, Fleiß und einer Vision versuchen Nadja und Karl nicht nur Nachwuchskünstler und Filmkenner anzulocken, sondern auch internationale Stars wie die Oscarpreisträger Hans Zimmer (Komponist) oder Alicia Vikander (Schauspielerin), die mit den Besuchern über ihre Arbeit sprechen. Im Wettbewerb konkurrieren Beiträge in den Kategorien „Internationaler Spielfilm“ oder „Internationaler Dokumentarfilm“ miteinander, bei Galapremieren werden heiß erwartete Filmproduktionen des Jahres auf die Leinwand gebracht und bei Podiumsdiskussionen debattiert ein Fachpublikum über brisante Themen.


Das ZFF bietet aber auch anderen Talenten eine Bühne: Jedes Jahr werden etwa im „Internationalen Filmmusikwettbewerb“ die geheimen Stars der Branche gekrönt. Jene, die sonst im Verborgenen bleiben: die Komponisten. Als filmische Gestaltungsebene wird die Musik oft unterschätzt, dabei zeigt sie dem Film neue ästhetische Perspektiven auf. Die Kompositionen begleiten die Handlung, ohne die Dialoge zu stören. Da, wo der Film Erklärung benötigt, macht der Komponist ihn durch Melodien begreifbar oder lockt den Zuschauer bewusst in die Irre. Die Entwicklung der Figuren wird oft durch musikalische Themen gestützt, die die emotionale Perspektive des Schauspielers aufzeigen, ohne dass er selbst das Wort ergreift.


Das Zurich Film Festival würdigt diese Arbeit. Dabei werden keine etablierten Kompositionen mit Preisen bedacht, sondern neue Werke: Es gibt einen offenen Wettbewerb, in dessen Rahmen ein von einer Fachjury ausgewählter Kurzfilm musikalisch aufgearbeitet werden muss. Aus allen Einreichungen werden dann fünf Stücke von der Jury ausgewählt und kommen ins Finale. Während des Filmfestivals werden die Interpretationen der fünf Nominierten mit einem Orchester uraufgeführt, sodass sich das Publikum einen Eindruck davon verschaffen kann, welche Wirkung die Musik auf den Film hat und wie sie ihn lenken kann. Anschließend wird der Gewinner gekürt.
Diese starke Gewichtung der Filmmusik ist eine Besonderheit in Zürich. Warum ist sie Nadja Schildknecht so wichtig? „Nimmt man einem Film die Musik, entfallen auch die Emotionen. Erst mit der Musik berührt er und bewirkt, dass wir lachen oder weinen können.“ Grund genug, die Co-Festivalleiterin zu fragen, was ihre liebsten Soundtracks der Filmgeschichte sind. Exklusiv für COMPANION hat sie eine erlesene Playlist zusammengestellt – mit Klassikern und neuen Schätzen. Wir sagen: ganz großes Kino.

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