Einmal um die Welt - Teil IV

Projektreise mit Viva con Agua nach Nepal.

Das tropische Klima, die fehlende Infrastruktur und die Nachwirkungen des gravierenden Erdbebens von 2015 erschweren den Nepalesen den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen. Die Non-Profit-Organisation Viva con Agua baut deswegen Brunnen und Latrinen gemeinsam mit der Welthungerhilfe und der lokalen Partnerorganisation Rural Reconstruction Nepal und ermöglicht so eine Verbesserung der Gesundheits- und Hygienebedingungen. Auch 25hours Hotels zählen seit Anfang 2015 zu den Unterstützern des Projekts. Die Mitarbeiter Anna Oetjens und Norman Produit wurden stellvertretend für 25hours Hotels in die ländliche Bergregion eingeladen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Für COMPANION hat Anna ihr Reisetagebuch zusammengefasst.

Der zerstörte Tempel von Kathmandu
Unsere zehntägige Reise begann und endete in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Hier konnten wir uns auch einen ersten Eindruck von den verheerenden Auswirkungen des Erdbebens machen, das das Land vor einem Jahr erschütterte. Tempel aus dem 12. Jahrhundert standen teils unversehrt neben Bauten, die in Schutt und Asche zerfallen waren. Insgesamt eine bedrückende Situation, aber auch eindrucksvoll, wie die Bewohner mit ihrem Schicksal umgehen: Sie bauen, teils barfuß, Stein auf Stein mit eigenen Händen ihre Häuser wieder auf.

Die Reise ins Projektgebiet
Als wir uns auf den Weg ins Projektgebiet machten, kam es zu einer Reihe turbulenter Zwischenfälle: Eine Autopanne, verursacht durch einen geplatzten Reifen an unserem Reisebus, löste auf der einspurigen Schnellstraße einen Verkehrsstau aus, den die Polizei aber in nur zwanzig Minuten unter Kontrolle brachte. Am Folgetag wurden wir in einem offenen Truck in die Bergdörfer gefahren – der Wagen mit lediglich einer Stange ausgestattet, an der wir uns auf der Ladefläche festhalten konnten. Zum Glück kannte unser Fahrer die Strecke, da er sonst Lebensmittel zwischen der Stadt und den Bergen transportiert. Mulmig war uns trotzdem! Direkt vor uns lag nämlich ein gewaltiger Abgrund, der zig Meter in die Tiefe führte.

Zu Gast in der Grundschule
In dem Bergdorf Hattiban besuchten wir eine Grundschule, deren sanitäre Anlagen durch das Erdbeben zerstört wurden. Mit den Projektgeldern von Viva con Agua sollen diese wieder aufgebaut werden. Bei unserem Aufenthalt haben wir uns mit den Lehrern ausgetauscht und trotz Verständigungsschwierigkeiten mit den Kindern ausgelassen Fußball gespielt und gemalt. Ein funktionierendes Schulsystem gibt es, aber die Wege zur Schule sind teilweise weit und zehrend: Die Kinder laufen morgens und abends bis zu zwei Stunden am Berg entlang und bringen ihren Familien noch einen Sack Reis auf den Schultern mit.

Die Unterkunft in den Bergen
Landschaftlich sind die Nepalesen wirklich gepriesen. Der Sonnen- und Mondaufgang über den Bergen, den wir gemeinsam jeden Tag beobachteten, wird mir in Erinnerung bleiben. Unsere Unterkunft lag hinter der Grundschule zwischen einem Tierstall und dem Wohnhaus der Gastfamilie, die uns hofierte. Nur eines der drei Zimmer hatte Licht, die Räume waren spärlich mit Betten ausgestattet. Zum Glück gab es eine Dusche, denn wir Frauen hätten die öffentliche Waschstelle nicht nutzen können – hier herrscht Geschlechtertrennung.

Die Tücken des Projektgebiets
Die ganztägige Wanderung über unsichere Trampelpfade wird keiner aus unserer Reisegruppe vergessen! Teils rutschten wir, festgeklammert an eine Wurzel, mehrere Meter hinab. An die Anweisung, nicht zu weit auszutreten, sollte man sich halten. Mein Fuß hing einmal frei in der Luft, weil ich einen kurzen Moment unaufmerksam war. Angekommen im Dorf, sprachen wir mit dem Wasserkommitee der Community vor Ort. Die positiven Veränderungen durch den Bau der Brunnen und Sanitäranlagen wurden von allen bestätigt. Wo man zuvor noch teils eine Stunde Fußmarsch zur nächsten Wasserquelle zurücklegen musste, ist das saubere Trinkwasser jetzt direkt vor Ort.

Nepal Water Project:
25hours-hotels.com/de/company/vivaconagua.html
vivaconagua.org/nepal

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